Jutta Janda. Ihre Bürgermeisterin für Friedrichsdorf.

Aktuelles

09.12.2020
Familien in der (Corona-) Krise

Backlash und Mental Load habe ich erstmalig – zugegebenermaßen – auf der Homepage der bundesweiten Initiative Familien in der Krise – kurz FIDK – gelesen. FIDK hat sich während der CORONA-Krise gebildet. Es geht unter anderem um langfristige Ziele wie zeitgemäße Familien- und Bildungspolitik, Stärkung der Kinderrechte, Qualitäts- und Fachkräfteoffensiven im Bereich frühkindliche Bildung im Sinne einer verpflichtenden pädagogisch -didaktischen Qualifizierung der Lehrkräfte und die Anerkennung von „Care“-Arbeit sprich Kinderbetreuung und -förderung. Dabei ist mir auch das Thema Backlash (Bestrebungen gegen als fortschrittlich bekannte Entwicklungen) und Mental Load (mentale Belastung durch das Organisieren von Alltagsaufgaben) aufgefallen. Hier geht es um Gleichberechtigung von Männern und Frauen – und nicht nur für Frauen, sondern hier redet man auch über arbeitspolitische Konzepte für Väter in Elternzeit.

Zwei Themen sind mir in diesem Zusammenhang und aus aktuellem Anlass besonders aufgefallen, da es auch andere Quellen immer häufiger nennen.

Zum einen Homeoffice als Nachteil für Frauen in dieser CORONA-KRISE!

Für viele Frauen gilt es jetzt noch mehr Multitasking-Fähigkeit zu zeigen. Das immer noch existierende Rollenverständnis ist immer noch vorhanden. Frauen haben doch ein Händchen für den Haushalt und da kann ja schnell mal zwischen Online-Meeting und Mail die Wäsche gemacht werden. Der Kindergarten hat auch geschlossen wegen CORONA, also ist auch die Kinderbetreuung inklusive.

Aber Kindersorge und Hausarbeit sollten – weiterhin – fair geteilt werden. Doppelbelastung sollte ein Thema von gestern sein – für Männer und für Frauen. Dabei sind es immer häufiger nicht die Väter, die das so sehen, sondern die Arbeitgeber, die von männlichen Beschäftigten schlichtweg erwarten, dass die Familie hinten an steht.

Das andere Thema ist die Qualifizierung der Menschen, die sich beruflich um die Kleinen und Kleinsten kümmern und die mit verantwortlich sind für die ersten Bildungserfahrungen in der Lernbiographie der Kinder. Frühkindliche Bildung erfordert nachhaltiges Fachwissen und ständige Weiterbildungsmöglichkeit – gerne auch über Blended Learning (Mischung aus Präsenz und Online) um Zeitkapazitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Lernzwecke optimal nutzen zu können.

Die Qualität einer Einrichtung – unabhängig davon, ob es eine Kindertageseinrichtung oder eine andere Form einer Einrichtung ist – ist keine konstante Größe, sondern muss Tag für Tag neu bekräftigt werden. Die notwendige Stabilität einer Kindertageseinrichtung wird durch die professionelle Arbeit jeder einzelnen pädagogischen Fachkraft geschaffen.

Nachhaltige und qualitativ hochwertige und zeitgemäße Qualität und Bildung – dafür müssen wir in Friedrichsdorf unbedingt Sorge tragen und dafür stehe ich.

Mich als Bürgermeister-Kandidatin bestärken diese aktuellen Themen noch einmal in meinem Wahlprogramm. Unter anderem gilt esdie Position der Frauenbeauftragten in Friedrichsdorf zu stärken, die auch mit Beratung und Bildungsangeboten tätig sein kann. Es gibt bereits ein umfangreiches und hervorragendes Konzept der Frauenbeauftragten des Hochtaunuskreises. Es bedarf nur der Umsetzung und der Personalkapazität.

Die Kindertagesstätten sollten wir überwiegend in kommunaler Hand behalten, auch um damit die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher zu stellen.

Mit der Forderung einer einkommensunabhängigen Gebührenstaffelung für die Kinderbetreuung und dem Schaffen von bezahlbarem Wohnraum schaffen wir notwendige Voraussetzungen, um Familienleben in Friedrichsdorf auch für Bürger:innen mit niedrigerem Einkommen,  für Einzelverdiener:innen und  Alleinerziehende bezahlbar zu machen.